Datenschutz macht Narren Bauchweh

Fastnacht-Verband warnt vor Fotos im Web

Auch Faschingsnarren haben es nicht immer leicht. Seitdem in den letzten Jahren die bürokratischen Hürden immer höher geworden sind, ist vielen die Laune vergangen. Die neuen GEMA-Tarife, TÜV-Kontrollen der Faschingswagen, neue Jugendschutzrichtlinien und zuletzt das sperrige „Gesetz zur Erleichterung des Ehrenamts“ sind für die Aktiven wahre Spaßverderber.

 

Mit einem der problematischsten Themen, dem Bundesdatenschutzgesetz von 2009, befasste sich Jürgen Hofmann vom Waldbrunner Carneval Club bei der Frühjahrstagung des Fastnacht-Verbands Franken (FVF) in der Mehrzweckhalle Gerbrunn (Lkr. Würzburg). Vor Vertretern von über 70 Mitgliedsvereinen berichtete er von einem Fall, bei dem der Vorstand eines Faschingsvereins wegen einer Internetveröffentlichung eine Haftstrafe abbüßen musste. Vor Gericht stellte er sich unwissend. Ohne Erfolg. „Unwissenheit schützt vor Strafe nicht“, erklärte der Referent.

 

Zum Glück werde nicht alles so heiß gegessen wie gekocht, sagte der Datenschutzexperte. Er rät dennoch dazu, das Gesetz ernst zu nehmen: „Wenn Sie die Datenschützer einmal im Haus haben, dann rollen die alles auf.“ Mit einem Hausdurchsuchungsbefehl bekämen sie Zugriff auf alle Computer. „Nach dem Gesetz von 2009 sind die meisten von uns Verbrecher“, stellte Hofmann ernüchtert fest. Auch warnte er vor Rechtsanwaltskanzleien, die das Internet nach Seiten mit falschem oder fehlendem Impressum durchforsten. Besonders sei bei Bildern Vorsicht geboten. Sein eigener Verein musste Fotos eines Ausflugs aus dem Netz nehmen, da ein Mitglied mit der Veröffentlichung nicht einverstanden war.

 

Um das komplexe Gesetzeswerk umzusetzen, ist Vereinen, bei denen mehr als zehn Personen mit Daten von Vereinsmitgliedern zu tun haben, ein eigener Datenschutzbeauftragter – mit entsprechenden Fortbildungen – vorgeschrieben. Hofmann empfiehlt zudem eine Datenschutzbelehrung der Funktionsträger, eine Anpassung der Vereinssatzung und schriftliche Einwilligungserklärungen aller Mitglieder, die am einfachsten bereits im Aufnahmeantrag enthalten ist.

 

Von den Launeverderbern merken die Zuschauer nichts. Mit 16,5 Millionen Zuschauern erreichte die Sendung „Fastnacht in Franken“ einen neuen Rekord. Der Erfolg gelte in Fachkreisen weithin als „Phänomen“, stellte der Präsident des FVF, Bernhard Schlereth, fest. Die Nachwuchssitzung „Wehe wenn wir losgelassen“ wurde zudem erstmals im Abendprogramm ausgestrahlt.

 

Das Hauptaugenmerk des FVF liegt jedoch auf dem Neubau des Fastnachtsmuseums in Kitzingen. Die Baumaßnahmen für das 4,5-Millionen-Euro-Projekt liegen sowohl bei den Kosten als auch zeitlich ganz im Soll. Pünktlich zum 11.11.2013 wollen die Fasenachter ihr neues Narrenzentrum einweihen.

 

Quelle: mainpost.de